Wildling Schorle,
Wächst wild, schmeckt wild.

Wildling Schorle

Positionierung, Storytelling, Identität, Designsystem

Wildling ist eine marktreife Streuobstschorle aus dem Schwäbischen Mostviertel – aus regionalem Apfel und wilder Brennnessel. Wir entwickelten Naming, Packaging, Website und POS-Auftritt für ein Getränk, das Natur nicht brav erzählt, sondern wild, echt und überraschend in Szene setzt.

Streuobst ist ein starkes Thema. Ökologisch relevant, regional verwurzelt, kulturell wertvoll. Nur klingt genau das schnell nach dem, was viele schon zu oft gehört haben: regional, fair, natürlich, nachhaltig. Alles richtig. Aber eben auch alles ziemlich glatt geworden. Für Wildling musste deshalb eine andere Tür aufgehen.

Die Schorle sollte nicht wie die nächste liebevoll gezeichnete Apfelsaftschorle wirken. Kein Streuobstwiesen-Sonnenuntergang. Keine brave Öko-Idylle. Kein Produkt, das im Getränkekühlschrank freundlich lächelt und hofft, dass jemand aus gutem Gewissen zugreift. Wildling brauchte mehr Reibung. Mehr Charakter. Mehr Ernsthaftigkeit.

Category Shift

Der entscheidende Schritt war, Streuobst nicht als kleines, nettes Naturthema zu behandeln, sondern als Rohstoff mit Kraft. Wildling kommt aus Landschaften, die nicht perfekt sortiert sind. Aus Wiesen, die wachsen dürfen. Aus Bäumen, die nicht auf Hochglanz gebürstet werden. Dazu die Brennnessel: herb, wild, ungewohnt. Genau hier lag die Energie der Marke.

Aus dieser Haltung entstand auch der Name. Wildling klingt nicht nach Saftregal, sondern nach etwas Eigenem. Nach Natur, die nicht erzogen wurde. Nach einem Getränk, das nicht gefallen will, sondern da ist. Damit verschiebt sich die Kategorie: weg von Apfelsaftschorle, hin zu einer alkoholfreien Alternative mit eigener Präsenz. Ein Getränk, das man in der Hand halten kann, ohne dass es nach Verzicht aussieht.

Raw

Die gestalterische Leitidee war das Wilde, Naturbelassene und Echte. Statt romantischer Naturerzählung der ästhetische Bruch. Die Bildwelt darf verwackeln, ziehen, rauschen. Sie zeigt Bewegung, Dichte, Nebel, Hände, Wiesen, Wald, Arbeit. Eine Welt, die man für eine Streuobstschorle nicht erwartet – und genau deshalb erinnert.

Auch die Gestaltung arbeitet gegen das Bekannte. Signal-Orange statt Grün-Braun-Kanon. Schwarz und Weiß statt Naturpapier-Gemütlichkeit. Ein organisches W-Element, das nicht dekoriert, sondern Haltung gibt. Die kleine halbe Flasche aus Klarglas bringt eine bodenständige, fast bierähnliche Haptik mit, wirkt aber klarer, frischer und hochwertiger. So entsteht ein Produkt, das nicht nach lustiger Schorle aussieht, sondern wie ein ernsthaftes Getränk für Gastronomie, Bars und Veranstaltungen.

Ready

Wildling wurde nicht als schöne Idee auf dem Papier entwickelt, sondern als schlüsselfertiges Brand-Konzept. Naming, Rezeptur, Flaschenwahl, Etikett, Kiste, Website, Flyer, Tischaufsteller und Banner greifen zusammen. Selbst beim Abschmecken waren wir nah dran, weil Geschmack, Form und Auftritt hier nicht getrennt gedacht werden konnten. Herb, regional, ungewohnt – genau so musste es auch aussehen.

Das Ergebnis ist eine Streuobstschorle mit anderer Flughöhe. Sie macht aus einem oft bieder erzählten Naturschutzthema ein eigenständiges Premium-Produkt. Kein Saft für die Kinderkarte. Kein Alibi-Getränk für alle, die heute keinen Alkohol trinken. Sondern eine alkoholfreie Option, mit der man sich sehen lassen kann. Wild, reduziert, marktreif.

Credits

Concept & Creative Direction – Pascal Palmieri, Thomas Korell
Artdirection – Angela Klasar
Project Lead – Patrick Jan Pickert
Text – Kai Thomas Geiger
Photography – Pascal Palmieri
3D Artwork – Alexandra Boblov
AI Creation – Constantin Martens

Di. 30. Juni 18:41